Jacob Levy Moreno: Erste Anfänge In Österreich

Der Begründer des Psychodramas, Jacob Levy Moreno, wurde 1889 in Bukarest geboren. Als er fünf Jahre alt war, übersiedelte die Familie nach Wien. Schon während seines Medizinstudiums entwickelte Moreno großes Interesse am modernen Theater und gründete 1923 ein experimentierfreudiges Stegreiftheater. Durch die Beobachtung spielender Kinder im Wiener Augarten erkannte er zudem erstmals die Wichtigkeit von Spontaneität und Kreativität.

Während seiner Arbeit als Arzt im Flüchtlingslager Mitterndorf, in dem zum Teil verheerende Zustände herrschten, entwickelte er erste Ansätze seiner späteren Methode der Soziometrie: Um den Lagerinsassen ein angenehmeres Zusammenleben zu ermöglichen, gruppierte er diese nach Kriterien der Zusammengehörigkeit und Abstoßung.

Der Psychoanalyse, die ebenfalls noch jung war und durch Sigmund Freud seit der Jahrhundertwende entwickelt wurde, stand Moreno stets skeptisch gegenüber, da er sie als artifiziell und lebensfern empfand. Seine Methode des Psychodramas konzipierte er eher als Gegenentwurf zur freud‘schen Theorie.

Emigration in die USA

1925 emigrierte Moreno in die USA, wo er ab 1936 ein kleines psychiatrisches Sanatorium in Beacon (im Bundesstaat New York) leitete. Dort widmete er sich fortan der Weiterentwicklung des Psychodramas und der Gruppenpsychotherapie.

Seine rege verlegerische Tätigkeit und wissenschaftliche Vortragsreisen führten ihn immer wieder nach Europa und brachten so auch das Psychodrama wieder zurück in das Land seines Ursprungs.

Moreno starb 1974 in New York. Sein Ehrengrab befindet sich am Wiener Zentralfriedhof.

Künstlerisches Schaffen

Viele interessante Infos und Bilder zur Frühphase und dem künstlerischen Schaffen Morenos finden sich bei der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs (VBKÖ), bei denen Moreno sein Stegreiftheater anbot.