Vortrag 2

Bindung und Paarbeziehung als Faktor psychischer Gesundheit

Das Bindungsbedürfnis ist wesentlicher Teil menschlicher Existenz. Sie ist das Definitionsmerkmal von engen Beziehungen und der beste Schutz gegen Gefühle von Hilflosigkeit, Sinnlosigkeit und Leere.

Die prägende Bedeutung früher Bindungserfahrungen in emotionaler, kognitiver und neurobiologischer Hinsicht zeigt sich in engen Beziehungen zwischen Erwachsenen ganz besonders. Sowohl als realitätsabbildende als auch realitätsgestaltende Kraft erzeugen unsichere Bindungsmuster eine explosive Dynamik in Paarbeziehungen. Sichere Bindungsmuster dagegen schaffen in Paarbeziehungen den „sicheren Hafen“, der wesentlich für gute Partnerschaften und damit für die psychische Gesundheit ist. Sichere Bindungsbeziehungen stärken auch die Explorationsfähigkeit, die für das Lernen, Entdecken, die Neugier und Offenheit sowie die Flexibilität in sozialen Beziehungen wichtig sind.

In diesem Vortrag werden die Bindungsmuster als mentaler Zustand wie auch als interaktives Verhalten in Paarbeziehungen dargestellt. Die Bedeutung von emotioneller Präsenz, wechselseitiger Wahrnehmung, Offenheit für Bindungssignale spielt in allen engen Beziehungen eine grundlegende Rolle.


Pinter Karin, Mag.a
Psychotherapeutin (Psychoanalyse) und Supervisorin in freier Praxis in Wien, Redaktionsmitglied und Chefredaktion der Fachzeitschrift „Psychotherapie Forum“ von 2007 bis 2017, zahlreiche Vorträge und Publikationen, Leitung von Fort- und Weiterbildungsseminaren