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Ist das noch normal? Die Diversität von Beziehungsformen

Seit dem letzten Jahrhundert erleben wir in unserem „westlichen“ Kulturkreis eine vorher nie dagewesene Diversifizierung von (Liebes-)Beziehungsformen. Neben der Legalisierung und fortschreitenden Akzeptanz von homosexuellen Beziehungsformen gibt es eine ganze Palette von alternativen Beziehungsmodellen (z.B. Lebensabschnittspartnerschaft, offene Beziehung, Mingles, living apart together und Polyamorie), die der Liebesbeziehung neue Vorzeichen, Inhalte und Ziele geben.

Wenn es um Fragen der Liebesbeziehungsmodelle geht, werden traditionelle und neuere Beziehungsmodelle selten wertgleich gehandelt. Auch PsychotherapeutInnen haben ihre Präferenzen, Werthaltungen und Ideale und müssen sich – auch in Fragen der Liebe – mit den Normen ihres sozialen Umfeldes auseinandersetzen.

Wir möchten uns in diesem Workshop mit der Frage auseinandersetzen wie der Gefahr, KlientInnen in eigene Ideale und Normen zu zwängen, begegnet werden kann. Es wird darüber reflektiert was vertraut, weniger vertraut oder fremd wirkt. Darüber hinaus soll ermöglicht werden sich die Frage zu stellen, mit welchen Beziehungsmodellen man/frau arbeiten kann und mit welchen nicht. Ein Ziel ist durch ein spielerisches Infragestellen von normativen Zwängen Abstand zu gewinnen und so – ganz im Sinne der psychodramatischen Grundhaltung – Menschen jenseits von Diskriminierung, Marginalisierung und Pathologisierung begegnen zu können.



Eisterer Angelika, Mag.a, MSc

Klinische und Gesundheitspsychologin, Notfallpsychologin, Sozialarbeiterin, Psychotherapeutin (Psychodrama), Traumatherapeutin bei der Frauenhelpline gegen Gewalt und der ambulanten Traumatherapie Fairtherapy

Mayrhofer David, Mag., MSc
Klinischer und Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut (Psychodrama), Lehrbeauftragter der Österreichischen Akademie für Psychologie (ÖAP), ambulante Suchthilfe