Entwicklung, Wachstum, Hoffnung. Möglichkeiten und Grenzen.
Eine Rückschau auf das Psychodrama-Symposion 2018

Vom 4. bis 6. Mai 2018 fand das alljährliche Psychodrama-Symposion in Spital am Phyrn vor gewohnt wunderschöner oberösterreichischer Bergkulisse statt. In diesem Jahr stand das Symposion ganz unter dem Thema „Entwicklung, Wachstum, Hoffnung. Möglichkeiten und Grenzen“.

Ortsbild Spital am Phyrn
Spital am Phyrn

Nach Sektempfang und Begrüßung durch den Fachsektionsleiter Norbert Neuretter machten die Psychodrama-Lehrtherapeutin und Leiterin der Kinder- und Jugendtherapie-Weiterbildung Gabriele Biegler-Vitek sowie die aus Berlin eingeladene Institutsleiterin der Deutschen Gesellschaft für Positive Psychologie Judith Mangelsdorf den Auftakt.

Vorgeburtliche Erfahrungen
In ihrem Vortrag „Wir sind eins mit hoher Wechselseitigkeit“ schilderte Gabriele Biegler-Vitek eindrücklich die Bedeutung der intrauterinen, also der vorgeburtlichen Erfahrungen und welchen Einfluss diese auf die Entwicklung eines Menschen haben können. Sie betonte, dass dieses Thema jeden etwas angehe, da jeder Mensch diese Erfahrung teile, ohne freilich bewusste Erinnerung daran zu haben und das Thema sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis manches Mal vernachlässigt werde.

Posttraumatisches Wachstum
Anschließend folgte der fesselnde Vortrag von Judith Mangelsdorf zum Thema „Posttraumatisches Wachstum“. (Sie können sich den ganzen Vortrag auf YouTube ansehen.) Mangelsdorf machte deutlich, dass Menschen, die ein Trauma erleben, nach dem Verarbeitungs- und Integrationsprozess dieses traumatischen Ereignisses in eine Phase des posttraumatischen Wachstums kommen können. So könne aus Leid Sinn entstehen und aus Schmerz letztlich eine Intensivierung der Lebensqualität erwachsen. Ihren Vortrag schloss Mangelsdorf mit dem Symbol einer japanischen Kintsugi-Vase. Kintsugi ist eine japanische Reparaturmethode für Keramik, in der Bruchstellen mit Gold gekittet werden. Die Geschichte und der Makel eines Gefäßes erhalten so besondere Wertschätzung und Schönheit.

Spannendes, lebendiges Programm
Am darauffolgenden Tag fanden eine Vielzahl von Workshops rund um das Thema „Entwicklung, Wachstum, Hoffnung“ statt und ermöglichten den TeilnehmerInnen, wertvolle Anwendungsmöglichkeiten für ihre Praxis zu gewinnen. Der Tag klang traditionell mit Tanz und Musik aus.

Am Sonntag fand das alljährlich abschließende Soziodrama mit einer Abwandlung des Zauberladens statt, unter der Leitung von Thomas Sageder und Christine Pichlhöfer.

Besonders freut uns, dass auch Psychodramatikerinnen und Psychodramatiker mit ihren Familien und Kindern anreisten. Das zum Seminarort fußläufig gelegene JUFA-Hotel im barocken Ambiente des Stifts Spital am Phyrn bietet Familienzimmer und Appartments, die dazu einladen, das Symposion zu einem Wochenende für die ganze Familie zu machen.

Ein herzlicher Dank an die langjährigen Organisatoren des Symposions – Manfred Stelzig und Monika Wicher –, denen es auch in diesem Jahr wieder gelungen ist, ein spannendes, lebendiges und hochinteressantes Programm auf die Beine zu stellen. Mit diesem Symposion geben sie die Organisation an Thomas Sageder ab.

Sehen Sie den Vortrag von Judith Mangelsdorf auf YouTube an

Schale in Kintsugi-Technik
Schale in Kintsugi-Technik, Copyright: Adobe Stock